BOYKOTT VON SOCIAL MEDIA – EIN NEUER TREND? – DETOXREBELS THOUGHTS

Ist ein Social Media Boykott die Lösung? 

„Wir möchten, dass die Sozialen Medien mehr um Leidenschaft und weniger um Likes gehen.“

Zitat von dem Kosmetikunternehmen Lush.

Die Spekulationen über eine mögliche Trendwende bis hin zu einer Dezentralisierung von Social Media werden immer lauter. Dementsprechend verabschieden sich immer mehr Unternehmen und Content Creator von Ihren Social Media Profilen und nehmen die dadurch möglichen Umsatzeinbußen in Kauf.

Mittlerweile durchdringt Social Media alle sozialen Bereiche und hat einen enormen Einfluss auf unsere Gesellschaft ausgeübt. Nicht nur hat es unser Kommunikationsverhalten verändert, sondern ist auch Grundlage der öffentlichen Meinung geworden.

Zwischen Werbung und Selbstdarstellung bleibt manchmal nur noch wenig Raum für Authentizität auf den Sozialen Netzwerken. Ein profitorientierter Ansatz von Zuckerberg und Co. wirft Fragen zu ethischen Grundsätzen, moralischen Vorstellungen und unserem Wertesystem auf. Und durch den aktuellen Social-Media-Skandal auf Spotify, ausgelöst durch den Podcast von Joe Rogan wird das Thema: Umsatz oder Mensch wieder stark diskutiert.

Social Media Einsam Zusammen
Ist Social Media böse?

Was steckt hinter einem Social Media Boykott?

Anfang letzten Jahres war es die italienische Luxusmarke Bottega Veneta und am Ende des Jahres das britische Kosmetikunternehmen Lush, die sich von Facebook, Instagram und Tik Tok verabschiedeten. Auch YouTube Stars wie Joey’s Jungle und Melina Sophieverabschiedeten sich von Social Media und zogen sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Die Social Media Plattformen sind für viele Unternehmen das Tor zur jungen Zielgruppe und für viele jungen Menschen die Karriere der Zukunft, jedoch wird das Ausmaß an psychischen Bedenken, dass durch die Nutzung von Social Media entsteht immer deutlicher.

Obwohl Kanäle wie Instagram immer mehr auf Anzeigen, Call-to Action und Marken Posts setzen, stellt sich für Influencer und Unternehmen immer mehr die Frage, wie kann ich nachhaltig, authentisch und langfristig im Kontakt mit meiner Zielgruppe stehen?

Wie es scheint, hatten Unternehmen wie Lush und Bottega Veneta es satt mit Algorithmen und Plattformen zu kämpfen, die sie nicht besitzen und mitgestalten können.

Sehen Unternehmen wie Lush ihre Verantwortung darin Statistiken und Aufrufe gegen die Sozialen Medien nicht zu ignorieren und mit dem Rückzug für die Bereitstellung einer sicheren Umgebung für ihre Kunden zu sorgen?

Ist Social Media böse?

Doch ist Social Media ja nicht immer schwarz und weiß und gut und böse.

The Social Dilemma
The Social Dilemma @thenewsminute

Während Dokumentarfilme wie The Social Dilemma Social-Media-Bedenken und -Diskussionen an die Oberfläche gebracht haben, ist dies keine neue Entdeckung für die Marketing- und Werbewelt. Ethik in Bezug auf Werbung auf Social-Media-Plattformen sind auf der Tagesordnung einfach noch wichtiger geworden und unser Bewusstsein zu Social-Media-Kanälen wird uns z.B. mit Apps, die uns bei zu viel Doomscrolling warnen, immer größer.

Vielleicht ist der Verlust von großen Unternehmen wie Lush und Bottega Veneta nur eine rechtzeitige Erinnerung daran, nicht zu eigensinnig zu sein. Denn wir alle können in diesem Raum ein Teil des Wandels sein und mit positiver, transparenter und bewusster Kommunikation diese Kanäle für unseren Wachstum nutzen. 

Schließlich beschäftigen sich schon viele Unternehmen mit einem besseren Umgang mit Social Media. Digital Detox oder Mental Health Days, bei denen auch das Wegbleiben von Social Media im Fokus steht sind uns nicht mehr fremd.

Letztendlich hat es auch jedes Unternehmen und jede und jeder selbst in der Hand wie er konsumiert und wie kritisch und aufmerksam man gegenüber “Fake News” und ungesunder Kommunikation bleibt. 

Rückzug oder bewusstes Sein? 

Das wunderbare ist doch, dass wir immer entscheiden können, wie wir Social Media für uns nutzen.

Solange wir nicht dem Prinzip unterfallen „Ich bin so, wie du mich haben möchtest.“ Als hätte es Erich Fromm im Jahre 1976 mit seinem gesellschaftskritischen Werk „Haben oder Sein“ schon vorausgesagt, beschrieb er den Menschen der Zukunft als: „Der Marketing-Charakter der in die Konformität der öffentlichen Meinung entflieht.“ Er spricht von einem Menschen der ganz aufs äußere Meinungsbild angewiesen ist und somit kein Selbst und keine eigene Identität besitzt.

Social Media LED Licht

Rückzug oder bewusstes Sein?

In der Tat sind viele der Social-Media-Plattformen überhäuft von Selbstinszenierung und Werbung, doch ist das noch lange nicht alles was wir hier finden. Wir finden auch Wissen, Neuigkeiten, Kommunikation und die wunderbare Möglichkeit weltweit im Austausch mit Gleichgesinnten, Andersgesinnten, Freunden und Familie zu bleiben. 

Auf Instagram ist es leicht in eine Richtung zu fallen, nur um anderen oder ob gleich dem Algorithmus zu gefallen…Jedoch bleibt abzuwarten, als wie realistisch sich das Löschen der eigenen Social-Media-Präsenz in der heutigen Zeit herausstellt und uns weiterbringt?

Lieber verstecken und boykottieren oder bewusst konsumieren und revolutionieren?

Autor: detoxRebels (Beitragsbild: Fuck Social Media I’m Dope in Real Life @neon-vibes)

Was denkst du? Wie können wir einen gesunden Umgang mit Social Media fördern und gemeinsam “soziale” Social-Media-Plattformen der Zukunft gestalten?

 

#040 PODCAST-INTERVIEW MIT LEMONAID GRÜNDER PAUL BETHKE

Amtlich unterzuckert. Das war die Botschaft der Politik Anfang des Jahres: Die Limonade Lemonaid enthält zu wenig Zucker und sollte die Verbraucher:innen vor zu wenig Zucker warnen, während gleichzeitig Ernährungsministerin Frau Klöckner aber kommuniziert, dass die Lebensmittelindustrie sich selbst dazu verpflichtet, bis 2025 Salz, Fett und Zucker zu reduzieren. Ein totaler Irrsinn, oder?

Grund genug also sich mit diesem Thema intensiver zu beschäftigen.

Zu Gast ist heute Paul Bethke. Mit zwei Freunden gründete er 2009 das Sozialunternehmen Lemonaid. Denn vorrangig war das Ziel, Entwicklungshilfe zu verbessern und zu unterstützen. Der Getränkeverkauf nur Mittel zum Zweck. Neben der Bio-Limonade Lemonaid vertreibt das Unternehmen auch noch einen Bio-Eistee mit dem Namen Charitea.

In der ersten Hälfte des Gesprächs haben wir ausführlich über die Zucker-Affäre und den Zuckerkonsum in Deutschland gesprochen. Du erfährst:

  • Alle Hintergründe dieser irrsinnigen Zucker-Affäre.
  • Wie der aktuelle Stand in der Politik zu diesem Thema ist?
  • Warum Zucker für die Lebensmittelindustrie so ein beliebter Rohstoff ist?
  • Warum Paul eher eine Zuckersteuer bevorzugt als freiwillige Verzichtsregularien?
  • Welchen Einfluss Lobbyverbände auf die Politik nehmen?
  • Wie wir den Zuckerkonsum in Deutschland reduzieren können?
  • Und Wieso NutriScore eine tolle Idee ist, aber in der Umsetzung mangelhaft ist?

Ab Minute 35 spreche ich mit Paul in der zweiten Hälfte unseres Gesprächs ausführlicher über Social Business.

Du erfährst:

  • Was es bedeutet, wenn das unternehmerische Ziel ist, gemeinnützig aktiv zu sein, anstatt Profite zu erwirtschaften?
  • Einblicke in konkrete soziale Projekte von Lemonaid.
  • Warum es mehr Unternehmen braucht, die sich als Mittel zum Zweck sehen?
  • Ob Wirtschaftlichkeit und Gemeinnützigkeit gleichzeitig funktionieren?
  • Warum es gefährlich werden kann, wenn das Verwenden von Begriffen wie Nachhaltigkeit, Social Business, Fairtrade nicht an Regularien gebunden sind?
  • Und was sich Paul zukünftig von Konsument:innen und der Politik wünscht?

Persönlich habe ich wahnsinnig viel aus dem Gespräch mit Paul mitgenommen. Daher wünsche ich dir jetzt viel Spaß mit dieser Folge.

Show-notes:

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Jonas Höhn
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